Details
ISBN/EAN: 978-3-943414-66-0
Einband: kartoniertes Buch
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Erschienen am:
27.11.2014
27.11.2014
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
326 S.
326 S.
Format (T/L/B):
2.3 x 21 x 15 cm
2.3 x 21 x 15 cm
Hersteller:
Neofelis Verlag GmbH
Matthias Naumann
info@neofelis-verlag.de
Kuglerstr. 59
DE 10439 Berlin
www.neofelis-verlag.de
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Malina - Versteck der Sprache
Die Chiffre Malina in Ingeborg Bachmanns Werk und in Zeugnissen von ZeitzeugInnen
20,00 €
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Beschreibung
1971 erschien der Roman Malina von Ingeborg Bachmann. Sofort stellte sich die Frage: Warum heißt das Buch Malina? 40 Jahre nach Erscheinen des Romans, der die bewusste Störung und Verstörung eines erinnerungsresistenten Gedächtnisses veranschaulicht und die Inkognito-Anteile der NS-Geschichte verrät, herrschte in der Malina-Rezeption die Auffassung vor, dass die wörtliche Bedeutung des Namens und des Wortes Malina in der germanistischen Fachliteratur am gründlichsten erforscht worden seien. Malina Versteck der Sprache geht dem bislang verborgenen mundartlichen Potential des Titelwortes nach. Mit Judith Butlers Methode, die sie als ein anstößiges Vergehen bezeichnet, wird die atemberaubende Erfolgsgeschichte eines als deviant diskreditierten Wortes aus den Randgebieten der Sprache erzählt. Das Buch geht auf sein kriminelles Bedeutungsspektrum ein. In den sichtbar gemachten Bedeutungskontexten treten insbesondere die politische und kriminelle Unterwelt und das nachrichtendienstliche Milieu während des Kalten Krieges hervor. Sandra Boihmanes Buch befasst sich vorrangig mit der gewaltsamen Vernichtung von Jüdinnen und Juden im Zweiten Weltkrieg und zeigt, dass der Begriff Malina aus dem Soziolekt der Dieb*innen in den alltäglichen Sprachgebrauch der Ghettoinsass*innen übernommen wurde. Notgedrungen erfuhr das Gaunerwort eine semantische Transformation, die an die existenziellen Gefahrensituationen und an die Ausrottung unerwünschter Menschen erinnert. Die Chiffre entlarvt die verbrecherische Befehlsgewalt des staatlich organisierten und legitimierten Massenmords.
Über Sandra Boihmane
Sandra Boihmane studierte deutsch-lettische Kulturbeziehungen an der Lettischen Kulturakademie in Riga. Nach ihrem Studium arbeitete sie im Eduards-Smilgis-Theatermuseum. Mit einem DAAD-Stipendium kam sie nach Berlin. An der Humboldt-Universität studierte sie Gender Studies und Kulturelle Kommunikation/Theaterwissenschaften und beteiligte sich an verschiedenen Forschungsprojekten, u.a. an Gender Matters in the Baltics. 2014 schloss sie ihre Promotion in Gender Studies ab.